Einfach nur sein

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Tag 3 Trübe Wolken - dennoch ein Paradies; Berghof - Oy, 41 Kilometer.

Nicht einmal achtundvierzig Stunden bin ich nun unterwegs. In dieser, meiner, neuen Welt. Einer Welt, die fast nichts mit all dem gemein hat, was ich sonst im Leben tue und erlebe. Die Zeit - ihr Verlauf scheint ein völlig anderer zu sein. Jetzt. Für mich. Aus Stunden werden Tage. Aus Tagen ... Wochen. Gefühlt. Für mich. Bei oder gerade wegen dieser nicht enden wollenden Flut an Eindrücken und Impulsen, denen ich nie und nimmer - jedem - bis zu seinem Anfang folgen kann.

Die Erfordernisse des Seins - beschränkt auf das Notwendigste. Essen und Schlafen. Einen Fuß vor den anderen setzen. Und achtsam sein. Denn hier auf dem Weg bin ich nicht allein.


Kochelsee
Wie bei einem guten Musikstück sind die Berge das Thema, das mich in zahlreichen Variationen immer wieder aufs Neue überrascht. Und fasziniert. Hier im Alpenvorland sind das manchmal nur Nuancen. Die Berge, deren Gipfel und deren steile Wände uns Menschen regelrecht in ihren Bann zu ziehen scheinen. Dennoch fordern sie regelmäßig den Respekt ein, der ihnen gebührt. Und die Seen, am Fuße dieser Berge, die vom Schmelz- und Regenwasser gespeist werden oder wurden. Von deren Art einer dem anderen zu gleichen scheint. Dennoch kannst du keinen dieser Seen mit einem anderen vergleichen. Jeder ist in seinem Wesen das, was nur er zu sein vermag. Oder was der Mensch aus ihm gemacht hat. All diese Gedanken begleiten mich. Sie gehen mir nicht mehr aus dem Sinn - während ich über die sanften Hügel des Alpenvorlandes streife. Den Blick kann ich dabei kaum lange von den richtig hohen Gipfeln abwenden, die ihrerseits von Süden her auf mich herabzuschauen scheinen. Die mich in meiner Winzigkeit nicht einmal bemerken werden...