MotivationAuf früheren Urlaubsreisen ist man ja automatisch mit den Einheimischen in 's Gespräch gekommen. In verschiedenen Ländern habe ich oft ähnliche Sätze gehört, wie z. B.: "Das ist schön, dass ihr euch so für unser Land interessiert. Unsere Jugendlichen kennen meist gerade noch den Nachbarort, sie fahren im Urlaub lieber in 's Ausland z. B. nach Europa. Viele studieren dann sogar dort."Wenn ich jedoch tiefgründiger darüber nachdenke, so muss ich mich fragen, ob es nicht mit mir genau das gleiche Problem ist. Nicht selten fahre ich im Jahr manchmal sogar zwei bis drei Wochen nach Österreich, um in den Bergen zu wandern. Aber in der eigenen Heimat, da fliegt die Landschaft nur noch schnell im Auto an mir vorbei. Da ist oft keine Zeit mehr für den genauen Blick. Und, um genau das zu ändern, habe ich seit ein paar Jahren diese fixe Idee in meinem Kopf. Die Idee, dass man einfach mal den Osten Deutschlands, die eigene Heimat, zu Fuß durchwandern müsste. Also, gesagt - getan! Resturlaub war 2007 noch genug vorhanden. So sollte es am 18.02.2007 zunächst auf eine Probetour von Guben nach Cottbus (so knappe 50 km) gehen. Dabei sollte sich zeigen, ob das Projekt machbar ist. Das Wetter war gut, es waren ungefähr 10 °C, die Sonne schien und das Gepäck war mit ca. 5 kg recht human angesetzt. Die Route wurde nicht geplant, sie sollte sich mit elektronischer Karte und GPS einfach irgendwie ergeben. Also, bin ich gleich früh mit dem Zug nach Guben gefahren, um beim ersten Sonnenstrahl von dort zu starten. Und, was soll ich euch sagen, die erste Hälfte der Strecke war sogar ganz in Ordnung. Aber danach zog es sich immer mehr in die Länge und es machten sich erste Gedanken breit, wie: "Nun, bis zum nächsten Bahnhof ist es doch nicht mehr so weit. Fährst Du einfach mit dem Zug zurück nach Cottbus. Was soll schon sein." Aber nichts da. Es war doch ein Test, und wenigstens dieser musste bis zum bitteren Ende durchgezogen werden. Aber es war wie es war, gegen Ende der Strecke gab es keinen Muskel mehr in meinem Körper der nicht schmerzte. Ich kämpfte mich das letzte Stück an der Spree entlang von Bank zu Bank: "nur kurz hinsetzen und einen kleinen Schluck trinken, vielleicht noch einen Happen essen, dann geht es gleich weiter." Ich wollte ja schlie&ßlich noch vor Sonnenuntergang in Cottbus ankommen, Taschenlampe hatte ich keine mit. Und im Februar waren die Tage noch nicht so lang. Nach knapp 10 Stunden (etwa 4, oder wenigstens 3 davon harter Kampf) war die Strecke dann geschafft, und ich bin wie tot in 's Bett gefallen. Nach 3 Stunden Erholung konnte ich dann erst mal duschen und einen Happen Essen zu mir nehmen. Gut, zu Hause mag das ja alles noch gehen, aber, in der Fremde total geschafft ankommen, dann noch ein Quartier suchen ... Zu diesem Zeitpunkt stand es also felsenfest, eine Wandertour durch Deutschland, nie und nimmer! Nicht in diesem Leben. Aber wie das Leben so spielt, ohne Herausforderung macht alles keinen richtigen Spaß: mache einfach das, was du dir selbst am wenigsten vorstellen kannst, ... nun mach schon ... |